Sie wissen, wie man Leben führt – es steht in Hochglanzmagazinen
das, was sie elektrisiert, wird ihnen ständig vorgeschrieben
iMac, iBook, iPhone, iPod – der Apfel führt sie in Versuchung
und auch der neue Sushi-Koch serviert fantastischen Konsumruhm
Ich mach nicht mit bei all dem Wahn – ich steh nicht unter Modezwang
wenn ich ein „D & G“ vor mir seh, verspür ich alles außer Kaufdrang
Ich mach nicht mit, hab keine Lust – spielt doch alleine im Sandkasten
eurer Eitelkeiten – ich schieb deshalb keinen Frust
und werd auch nicht vor Neid erblassen
Sie gehen ins Sonnenstudio – nahtlose Bräune macht sie glücklich
dazu drei Wochen Pool im Club Méditerranée – alles außer landestypisch
Nach dem Shopping noch zu Starbucks – anschließend wartet schon der Golfplatz
am Abend geht es dann auf eine Vernissage
auch wenn man denkt, der Künstler sei ein Arsch
Ich mach nicht mit bei jedem Trend – ich gebe nicht mein letztes Hemd
für ein Leben wie aus dem Katalog – bestell mir keinen Selbstbetrug
Man will immer mehr, denn das macht ja auch mehr her
selbst als Fashion-Abziehbild bleibt der Hunger ungestillt
Appetizer ohne Ende und man hält sie auf die Hände
man kann einfach nicht mehr ohne
denn das Leben soll sich lohnen – dank der Kraft von Statussymbolen
auf die kann man sich, auch wenn man nicht mehr kann, einen runterholen
Sie fahren gern Geländewagen, auch wenn wir kein Gelände haben
Designertrikotagen bahnen sich ihren Weg – so wird der Bürgersteig zum Laufsteg
Man trifft sich gerne in der Therme und beim After-Work-Kehraus
Tropenhölzer spenden Wärme und selbst spendet man sich Applaus
Ich mach nicht mit bei all dem Wahn, weil ich es mir leisten kann
auch ungelabelt auszugehen und völlig wertfrei dazustehen
Ich mach nicht mit, hab keine Lust – spielt doch alleine im Sandkasten
eurer Eitelkeiten – ich schieb deshalb keinen Frust
und werd auch nicht vor Neid erblassen