Du wolltest, dass ich dir ein Liebeslied schreibe
ich begebe mich daran – nur: wo fang ich an?
ich find’s ein wenig dreist, das zu verlangen
nur weil ich ein bisschen Gitarre spielen kann

Ja, glaubst du denn, ich würde dich nicht lieben
außer du bekämest ein Lied von mir
bei anderen tun‘s doch auch Rosen oder Kinder
und Worte finden ist ungleich schwieriger

Hier ist dein Liebeslied, mein Schatz – ich gehe nun ins Bett
war lang genug jetzt auf der Hatz nach diesem schicksalhaften Text
ich lieb dich wirklich und ganz doll und das wird auch immer so bleiben
doch auf Kommando kann ich nicht – schon gar kein Liebeslied schreiben

Es gibt keine Worte, um dich richtig zu erfassen
„zauberhaft“ und „wunderbar“ kommen nicht an dich ran
schreib ich „Megasuperweib“, wirst du mich hassen
ich zermartere mir das Hirn, bis ich nicht mehr denken kann

Deine Forderung war unmissverständlich
ein Liebesbeweis in vertonter Form muss her
du willst wohl Dinge hören wie „ewig“ und „unendlich“
ich schreib auf und streiche durch und kann einfach nicht mehr

Hier ist dein Liebeslied, mein Schatz – ich gehe nun ins Bett
war lang genug jetzt auf der Hatz nach diesem schicksalhaften Text
ich lieb dich wirklich und ganz doll und das wird auch immer so bleiben
doch auf Kommando kann ich nicht – schon gar kein Liebeslied schreiben

Ich will natürlich keine Plattitüden reimen
von wegen „Herz und Schmerz“ oder „verrückt vor Glück“
warum hast du mich bloß so unter Druck gesetzt?
und was bekomme ich dafür von dir zurück?

Hier ist dein Liebeslied, mein Schatz – ich gehe nun ins Bett
du brauchst nicht nachzukommen – ich find’s alleine auch ganz nett
wenn nicht sogar noch netter – mehr Platz und kein Gezeter
kein Bettdeckenklau, kein Kampf um Zentimeter

Kein Rollen und kein Grollen, kein Stich in meine Seite
kein Wassertrinken oder -lassen mitten in der Nacht
auf einmal nutze ich mein Bett in seiner ganzen Breite
hier ist dein Liebeslied, mein Schatz – ich bin wohl endlich aufgewacht