Das Wetter wieder warm, die Ficksaison gestartet
ich geh mal in den Park – schau, was mich so erwartet
Erpel jagen Enten, Männchen jagen Weibchen
Frauenkörper zieren enge, knappe Leibchen
Die Augen quellen über, Endorphine sowieso
ich schleich zu einer rüber mit einem süßen Po
den streckt sie mir entgegen, dann dreht sie sich um
erst schaue ich verwegen, hinterher recht dumm
Aus der Wäsche, die sehnlichst ihren Schleudergang erwartet
ich hätte nicht gedacht, dass es so ernüchternd startet
das Gesicht zum Hintern ist nicht mal sechzehn Jahre
ich geh mal lieber weiter, bevor ich mich verfahre
Es geht darum sich anzubiedern, ohne jemand anzuwidern
sich von der besten Seite zeigen, Weiblichkeit zu überzeugen
doch wie man’s macht, macht man’s verkehrt
das Glas nie halb voll, sondern stets halb geleert
Man ist kein kleiner Eisbär und auch kein strammer Hengst
ein Straßenköter bestenfalls, der läuft die Gosse längs
will aufgabeln und abschleppen, seinen Instinkten nachgehen
er stinkt zum Himmel, dieser Hund, und sollte schleunigst abdrehen
Ich wollt, ich wär ein Alphamann und dürfte mal bei einer ran
die sich in der Sonne räkelt und sich nicht vor Geilheit ekelt
die Natur macht‘s mir ja vor und eben deshalb weiß ich
ich kann nicht wider der Biologie, auch nicht mit Ende Dreißig
Ich stehe ja nicht wirklich auf bleiche, pralle Frauen
doch von den Schönen traut sich keine, genauer hinzuschauen
keine, die sich kümmern tät um all meine Hormone
stattdessen Bodyguard im Arm, man geht heut nicht mehr ohne
Ich lauf so rum und seh mich mich um auf dem grünen Venushügel
nur nicht zu dreist und offensichtlich, sonst setzt es nachher Prügel
kommt auch nicht gut, ein stierer Blick – der führt keinesfalls zum ZIEL
als Frau hat man‘s gern durch die Blume – mit Charme, Gefühl und Stil
Ich geb‘s ja zu, ich bin nicht gerade Mr. Latin Lover
ich hab auch keinen Sixpack und würde nie das Cover
einer Modezeitschrift zieren – doch wie ist das bei den Tieren
zu denen wir ja auch gehören – die haben nicht solche Allüren
Da wird gevögelt und gefickt, bis einer beinah dran erstickt
da wird hemmungslos gerammelt, sich zum Gruppensex versammelt
da wird fleißig kopuliert, danach ist man zwar abserviert
doch fühlt sich gut und ausgepowert – wenn’s auch nur Sekunden dauert
Er mag hinken, der Vergleich – doch ich werd kirre, wenn nicht gleich
ein bisschen Fleisch zu packen ist – wohlweißlich wechsle ich den Sitz
und blicke auf ein schwules Pärchen – ein Tangaträger mitsamt Bärchen
da sollte ich wohl runterkommen, der Mensch an sich ist ja besonnen
Viel, viel später sitz ich immer noch bestellt, jedoch nicht abgeholt
im Park herum wie Falschgeld, das sich überhaupt nicht lohnt
es zu besitzen, in die Hand zu nehmen oder sogar auszugeben
ich stoße mit mir selber an – auf mein totes Liebesleben
Da ruft mich plötzlich jemand aus nicht allzu weiter Ferne
meine Ex, ich bin perplex – die seh sich gar nicht gerne
ausgerechnet jene Frau, die sich benahm wie eine Sau
und längst mit Tom zusammen ist, den ich seitdem als Freund vermiss
Voller Schwung und sinnlich lächelnd kommt sie zu mir rüber
ich seh das Leuchten in den Augen und mache mich schnell über
meine Bierflasche her, die ist noch nicht halb leer
ich trink sie aus in einem Zug – quasi auf Ex, jetzt ist‘s genug
Na, wie geht’s? Hast du Lust, dich mit mir zu unterhalten?
fragt sie lasziv und tut glatt so, als wär alles beim Alten
Ach, ich häng so rum, sag ich – die Sonne scheint mir ins Gesicht
und wenn du so fragst: kein Bedarf – ich denke, nein, das will ich nicht