Kurzsynopsis

Um das Geheimnis der Langlebigkeit zu ergründen, planen drei Studenten aus unterschiedlichen Beweggründen eine Reise ins italienische Campodimele, dem Dorf der Hundertjährigen. Auf Grund zwischenmenschlicher Spannungen und diverser Probleme laufen sie schon auf der Hinfahrt Gefahr ihr Ziel aus den Augen zu verlieren. Campodimele endlich im Blick, landen sie nach einem schweren Verkehrsunfall im Krankenhaus. Ihr Traum ist am Ende geplatzt, aber in nur zwei Tagen hat jeder der Drei neue Einsichten in das eigene Leben erhalten.



Exposé

Student Stefan (28) besucht seinen Vater in einem Pflegeheim. Nach einem Schlaganfall mit nicht einmal 60 ist dieser an den Rollstuhl gefesselt. Er sitzt da und sieht apathisch ins Leere. Nicht wissend, ob sein Vater ihn überhaupt erkennt, geschweige denn versteht, erzählt Stefan, dass er eine Reise nach Italien plane und ihn deshalb in den nächsten Wochen nicht besuchen könne. Sein Reiseziel heiße Campodimele, dort würden die Menschen nicht nur sehr, sehr alt werden, sondern auch bis an ihr Lebensende gesund und agil bleiben. Stefans Stimme beginnt zu zittern, das Schicksal seines Vaters, der keine Reaktion zeigt, nimmt ihn sichtlich mit. Dennoch redet Stefan unbeirrt weiter, spricht über die autarke und spezielle Ernährung der Dorfbewohner, auf die deren hohe Lebenserwartung vornehmlich zurückgeführt wird. Seufzend drückt Stefan zum Abschied die Hand seines Vaters. Um jeden Preis will er ein ähnliches Schicksal verhindern.

Nach einem Seminar an der Uni geht Stefan auf die gleichaltrige Nadine zu, die er nur flüchtig kennt, von der er aber weiß, dass sie fließend Italienisch spricht. Die lässt sich gerne vom gut aussehenden und selbstbewusst auftretenden Stefan auf einen Kaffee einladen.

In einem Café erzählt Stefan Nadine von Campodimele und seiner Absicht, dem Geheimnis der Langlebigkeit auf den Grund zu gehen. Er weiht Nadine in seine Reisepläne ein und fragt sie, ob sie ihn nicht als Dolmetschrein begleiten wolle. Seinem ersten Eindruck nach sei sie doch ein offener und abenteuerlustiger Typ. Nadine fühlt sich geschmeichelt und verspricht Stefan, ernsthaft über sein Angebot nachzudenken. Gerne nimmt sie aus seiner Hand einen Stapel Unterlagen über Campodimele entgegen, die sie für ihn ins Deutsche übersetzen will. Während man Nadine die Bewunderung für Stefan ansieht, betrachtet dieser ihre Begegnung mit einer gewissen Professionalität, beinahe so, als hätte er eine Mitarbeiterin eingestellt.

Tobias, den alle nur Tobi nennen, ein schluffiger Typ mit wirren Haaren, steht vor einem Schwarzen Brett an der Uni und nimmt einen Zettel von der Pinwand: Biologe/Botaniker für mehrwöchiges Feldforschungsprojekt in Italien gesucht. Fahrt- und Übernachtungskosten werden übernommen. Er reißt den Zettel ab und steckt ihn in die Hosentasche, geht nach draußen und wählt er mit seinem Handy die auf dem Zettel angegebene Telefonnummer.

Stefan, Nadine und Tobi treffen Reisevorbereitungen in Stefans Wohnung. Er, der minutiöse Planer, hat alles genau durchdacht und weist die anderen in ihre Aufgaben ein. Tobi soll Samen und Setzlinge der Nutzpflanzen vor Ort sammeln und deren Wachstumsbedingungen studieren. Nadine soll Kontakt zu den Einheimischen aufnehmen und mehr über deren Lebens- und Essgewohnheiten in Erfahrung bringen. Mit seiner schnoddrigen und gewollt lässigen Art will Tobi, der ein paar Jahre jünger als die anderen ist, nicht so recht ins Team passen, aber er lässt zwischendurch immer mal wieder sein biologisches Fachwissen aufblitzen und erstellt bereits eine Liste der benötigten Gerätschaften. Als er kurz im Bad verschwindet äußerst Nadine Stefan gegenüber Bedenken, ob Tobi auch wirklich der Richtige für das Projekt sei. Stefan beruhigt sie mit dem Hinweis, dass Tobis Spezialgebiet Nutzpflanzen seien, er ein Einser-Vordiplom vorzuweisen hätte und außerdem der Einzige gewesen sei, der sich auf den Aushang hin gemeldet hat. Als Tobi wieder zurückkommt, fordert Stefan die anderen auf ihm zu folgen. Er wolle ihnen etwas zeigen.

Mit einer feierlich anmutenden Geste öffnet Stefan ein Garagentor. Zum Vorschein kommt ein alter Alfa Romeo, eine Limousine aus den 70er Jahren, liebevoll restauriert und mit blinkenden Chromteilen. Voller Stolz präsentiert er den anderen „unser Auto“, wobei Nadine große Augen macht, Tobi aber die Arme verschränkt und den Kopf schüttelt. Stefans Plan, mit dieser „alten Karre“ die gemeinsame Reise anzutreten, bezeichnet er als unprofessionell und blauäugig. Sie bräuchten ein Wohnmobil mit ausreichend Platz und sanitären Einrichtungen. Leicht verunsichert schwenkt Nadine in Tobis Bedenken ein. Enttäuscht über die Reaktion der anderen hebt Stefan seine Stimme und sagt, er würde niemanden zwingen sich ihm anzuschließen, aber es sei seine Idee und er ließe, was den Wagen angeht, nicht mit sich reden.

Tobi telefoniert aufgeregt mit seinem Onkel, dem Manager eines Pharmakonzerns. Er spekuliert eindeutig darauf, Kapital aus der geplanten Reise zu schlagen und die botanischen Geheimnisse von Campodimele in bare Münze umzusetzen. Sein Onkel zeigt sich durchaus interessiert, vielleicht aber nur, weil er mit Tobi verwandt ist. Wenn Tobi ihm wissenschaftlich korrekt aufbereitetes Material vorlegen könne, habe er immer ein offenes Ohr für ihn, finanziell würde er ihn im Vorfeld aber auf keinen Fall unterstützen können.

Nadine sitzt an ihrem Schreibtisch und brütet über den Unterlagen, die Stefan ihr anvertraut hat. Ein Mann betritt das Zimmer, legt zärtlich seine Hand auf ihre Schulter und fragt sie, warum sie denn in den Semesterferien so viel arbeite. Sie reagiert gereizt, es gibt offensichtliche Spannungen zwischen den beiden. Als würde sie ihm etwas ganz Alltägliches erzählen, sagt Nadine, dass sie fest entschlossen sei, mit zwei männlichen Begleitern eine Reise nach Italien anzutreten. Ihr Freund staunt zunächst nur ungläubig, merkt aber schnell, dass es Nadine ernst ist. Ihm brennt die Sicherung durch. Er tobt, schreit und tritt gegen die Wand. Nadine aber bleibt ruhig am Schreibtisch sitzen. Ihr Freund solle die Reise als ihre letzte gemeinsame Chance begreifen. Der aber droht damit, sie vor die Tür zu setzen, falls sie nach Italien führe, was Nadine nur noch in ihrem Beschluss bestärkt. Sie packt die Unterlagen zusammen, steckt sie in eine Tasche und verlässt die Wohnung. Stefan hat sie nichts von ihrem Freund erzählt.

Es ist Nacht. Der Alfa Romeo wird beladen. Stefan ist hellwach, Nadine und Tobi machen einen gequälten, verschlafenen Eindruck. Weil der Kofferraum nicht groß genug ist für das ganze Gepäck und diverse Kunststoffbehälter, Werkzeuge und Laborgeräte, muss auch die Rückbank als Stauraum herhalten. Tobi, der sich dort breit machen wollte, sieht sich in seiner Meinung bestätigt, dass Stefan eine falsche Fahrzeugwahl getroffen, der aber gibt sich souverän und ignoriert Tobis Unmutsäußerungen. Nachdem alles verstaut ist, soll die Fahrt losgehen. Mit angehaltenem Atem dreht Stefan den Zündschlüssel herum, aber der Wagen springt auch nach mehrmaligen Versuchen nicht an. In der ersten Verzweiflung spricht Stefan spricht sich und dem Auto Mut zu. Nadine leidet auf dem Beifahrersitz mit ihm. Schließlich springt der Motor doch und die Fahrt geht los.

Tobi rutscht bereits während der ersten Autobahnkilometer unruhig auf der Rückbank hin und her und beanstandet das Fehlen eines Sicherheitsgurtes. Nadine nervt das Gequatsche. Sie fordert Stefan auf Musik einzulegen, aber keine von Tobis Krawall-Kassetten. Der steckt seinen Kopf zwischen die Vordersitze und beschwert sich. Entschuldigend streichelt Nadine ihm kurz über das Haar. Tobi lässt sich wieder auf die Rückbank fallen und sieht hinaus auf die am Straßenrand vorbeihuschenden Pylonen.

Irgendwo in Süddeutschland. Draußen wird es langsam hell. Nadine schlägt vor eine Pause zu machen und Stefan steuert eine Raststätte an. Seltsam aussehende Gestalten treiben sich in den frühen Morgenstunden dort herum. Stefan drängt auf eine schnelle Weiterfahrt, damit sie noch am Abend in Campodimele ankommen. Während Tobi zielstrebig zu Mac Donalds geht, ordern Stefan und Nadine nach dem Motto „Noch dürfen wir ja“ im Rasthof selbst Kaffee und Croissants. Ein redseliger Fernfahrer setzt sich unaufgefordert zu den beiden an den Tisch und löchert sie mit Fragen zum Alfa Romeo. Trotz Stefans einsilbiger Antworten dauert es eine Weile, bis sich der Trucker „abschütteln“ lässt. Als Stefan und Nadine zum Wagen zurückkehren, wartet Tobi schon mit „Nachschlag“ von Mc Donalds in der Hand und kann sich einen bissigen Kommentar in Stefans Richtung nicht verkneifen. Nadine bietet an, auch einmal für ein paar Stunden zu fahren, damit Stefan sich ausruhen kann, aber der lehnt ab.

Tobi beißt genüsslich in einen fetten Burger, als Stefan plötzlich aufs Bremspedal tritt. Sämtliche Bestandteile des Burgers werden nach vorne geschleudert, nur ein kleiner Fetzen Weißbrot verbleibt in Tobis Mund. Nadine fragt gelassen nach einem Tempo, Tobi flucht. Stefan gibt langsam wieder Gas und behauptet, ein Tier habe die Fahrbahn gekreuzt. Nadine behauptet scherzhaft, es sei ein Pinguin gewesen, sie sei sich vollkommen sicher. Selbst Tobi muss lachen und packt sein Fachwissen über Pinguine aus, dass diese nur auf der Südhalbkugel vorkämen, und dass von daher kein Eisbär der Welt wüsste, wie gut Pinguine eigentlich schmecken. So landen sie wieder beim Thema Essen, und es entbrennt eine unfreiwillig komische Diskussion mit Stefan und Nadine auf der einen und Tobi auf der anderen Seite. Alles dreht sich um die Gegenpole „Genuss – Verzicht“, „lecker – gesund“ und „alte Gewohnheiten – Neues ausprobieren“. Immer wieder schiebt Tobi seinen Kopf zwischen die Vordersitze, um überhaupt das Gefühl zu haben, gehört zu werden. Stefan und Nadine aber schwärmen unisono von den ausschließlichen Vorzügen der „Campodimele-Diät“. Tobi verdreht die Augen, setzt seinen Kopfhörer auf und öffnet zischend eine Dose Bier, wobei Nadine erneut ein paar Spritzer abbekommt und sich grimmig zu ihm umdreht. Tobi aber dreht die Lautstärke seines Walkmans hoch und nickt nur rhythmisch mit dem Kopf.
Ein BMW fährt dicht auf den Alfa auf und betätigt die Lichthupe. Stefan wechselt auf die rechte Spur. Links zieht langsam ein BMW vorbei. Die Insassen, zwei proletenhafte Typen, sehen aggressiv und beleidigend hinüber. Tobi zeigt den beiden den Stinkefinger, woraufhin sie sich vor den Alfa klemmen und ihn auszubremsen versuchen. Es folgt ein wilder Schlingerkurs, Nadine und Stefan bekommen es mit der Angst zu tun. Schließlich kommen beide Wagen auf dem Seitenstreifen zum Stehen. Die BMW-Fahrer steigen sofort aus und scheinen bereit, eine Schlägerei anzuzetteln. Stefan und Nadine bekommen es mit der Angst zu tun, aber Tobi schnellt aus dem Wagen und hält einem der beiden plötzlich eine Pistole an den Kopf. „Schnauze halten, einsteigen weiterfahren!“ sagt er ruhig und die BMW-Typen ziehen verängstigt wieder ab. „Ist nur Spielzeug“, sagt Tobi, die Pistole nach vorne reichend, zu Stefan und Nadine, die mehr oder weniger sprachlos sind und nicht wissen, ob sie sich freuen oder sauer auf Tobi sein sollen. Seinen Stinkefinger haben sie nicht gesehen.

Zur Mittagszeit erreichen sie den Brenner. Für alle überraschend werden sie von einem korpulenten Zollbeamten mit grauem Schnurrbart hinaus gewunken, der sich ständig mit einem Taschentuch über die verschwitzte Stirn fährt. Zunächst scheint er seinen Blick nur an dem blinkenden alten Alfa erfreuen zu wollen und schaut nur pro forma in die Papiere. Dann aber entdeckt er die wissenschaftlichen Gerätschaften und fordert die Drei auf, ihn auf die Wache zu begleiten. Zwar bleibt der Ton des Zollbeamten höflich, aber Mimik und Gestik verraten höchste Anstrengung.

Stefan und Tobi sitzen im tristen Warteraum der Grenzwache und starren auf ein Uraltposter der Quadra Azzura. Im Nebenraum, in den man durch ein kleines Fenster hineinblicken kann, wird Nadine einer Befragung unterzogen. Stefan wirft den Kopf in den Nacken und seufzt. Tobi wippt unablässig mit den Knien. Er fragt sich, was Nadine dem Beamten wohl erzählt. Stefan erwidert, dass er auch nur Bahnhof verstehe. Er steht auf und geht unruhig im Raum hin und her. Tobi wundert sich, dass Stefan seinen „Lebensverlängerungsplan“ genauestens durchdacht hat, aber mit dem auffälligen und kaum verkehrssicheren Alfa am Ende doch ein großes Risiko eingeht. Stefan redet über Stil, und dass ihm klar sei, dass es keine Garantie für ein langes Leben gäbe, aber er sei eben jemand, der seine Träume in die Tat umsetzt und seine Chancen am Schopf ergreift. „Leben ist nichts, Stil ist alles“, unkt Tobi und Stefan sagt in ungewohnt rüdem Ton, er solle endlich die Klappe halten.

Endlich können sie die Fahrt fortsetzen. Unter den Augen zweier amüsierter Grenzbeamter stapeln und arrangieren sie, leise fluchend, ihre Ladung neu.

Zurück auf der Autobahn berichtet Nadine, was sie dem Zollbeamten erzählt habe: dass sie Botaniker seien und für ein Uni-Projekt vor Ort in Italien einige Versuche durchführen müssten. Zwar sei der Grenzschützer direkt auf das Thema Drogen zu sprechen gekommen, aber sie habe ihm glaubhaft versichern können, dass sie damit nichts am Hut haben. „Campodimele-Pulver: die erste Droge, die ihr Leben verlängert!“ ruft Tobi wie ein Marktschreier, hält ein Tütchen mit Pillen in die Luft und sagt: „Zum Glück haben sie die hier nicht gefunden.“ Die anderen sind außer sich. Stefan fährt mit dem Arm nach hinten und will Tobi die Pillen entreißen, aber der steckt sie wieder ein und meint, es seien doch nur ein paar harmlose Spaßmacher. Es lässt ihn augenscheinlich kalt, von Nadine als „selten dämliches Arschloch“ bezeichnet zu werden.

Sie geraten in einen Stau, ihr Zeitplan gerät völlig durcheinander. Kurzerhand fährt Stefan die nächste Ausfahrt ab, um den Weg abzukürzen. Natürlich verfahren sie sich. Die Sonne brennt. Sie geraten auf den Marktplatz eines kleinen Städtchens. Ein Fest findet statt. Die Einheimischen bestaunen den Alfa, einige klopfen aufs Dach und auf die Motorhaube. Es gibt kein richtiges Durchkommen mehr. Ein älterer Mann fordert sie auf mitzufeiern. Nadine übersetzt für die anderen und findet, dass sie die Einladung annehmen sollten. Sie hätte außerdem nichts gegen eine Dusche einzuwenden. Da Stefan einsehen muss, dass sie ihr Ziel an diesem Tag ohnehin nicht mehr erreichen werden, willigt widerwillig ein. Sie lassen sich zu einem kleinen Hotel führen und nehmen drei Zimmer.

Stefan und Nadine sitzen bei einem Glas Wein zusammen. Entschlossen bis verbissen berichtet Stefan von der Wirkung bestimmter, in Campodimele wachsender Pflanzen auf Kreislauf, Stoffwechsel und Immunsystem. Nadine geht kaum darauf ein und sagt ihrerseits, wie sehr sie Stefans Haltung bewundere, dass es nur wenige Menschen gebe wie ihn, Menschen die ihre Träume auch leben. Ihre Flirtbemühungen sind offensichtlich, aber Stefan behält seinen Scheuklappenblick bei und hat kein Auge dafür. Tobi, der bis jetzt geschlafen hat, kommt an den Tisch und reibt sich die Hände. Er hat sich ein paar Gedanken gemacht und redet etwas von Fertilisation und Bodenbeschaffenheit. Tobi und Stefan beginnen eifrig zu fachsimpeln. Frustriert steht Nadine auf und sagt, dass sie sich unter die Leute mische. Beiläufig wünscht Stefan ihr viel Spaß.

Es ist bereits spät am Abend. Stefan hat auf eine frühe Weiterfahrt gedrängt, aber von Nadine ist noch keine Spur zu sehen. Stefan hält erst vergeblich Ausschau nach ihr, dann sieht er sie, ausgelassen und fröhlich, mit einem jungen, gut aussehenden Italiener an einem Tisch sitzen. Sein Blick verfinstert sich. Er sieht ihr eine Weile zu, dann geht er zu ihr an den Tisch. Er führt sich auf, als wäre er ihr Vater oder ihr eifersüchtiger Freund. Nadine wehrt sich entschieden gegen diese Bevormundung. Stefan packt Nadines Hand und will sie mit sich ziehen. Sie will sich losreißen, da tritt der junge Italiener dazwischen. Es kommt zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf Stefan einen Schlag abbekommt und stürzt. Er zieht sich eine blutige Nase und ein verstauchtes Handgelenk zu. Es herrscht allgemeine Aufregung, sie sind von Leuten umringt. Nadine hilft Stefan auf die Beine und geht mit ihm unter den Rufen der Einheimischen ins Hotel zurück. Auf einmal ist Stefan ganz kleinlaut, die ganze Sache ist ihm überaus peinlich. Mit schmerzverzerrtem Gesicht entschuldigt er sich. Nadine genießt ihre momentane Überlegenheit und benimmt sich jetzt ihrerseits so, als sei sie Stefans Mutter.

Weil Stefan sich die Hand verstaucht hat, sitzt Nadine auf der Weiterfahrt am Steuer. Tobi fragt nach, was denn nun vorgefallen sei, Stefan sei ja nun alles andere als ein Draufgänger und Schläger. Stefan schweigt. Tobi beginnt auf sarkastische Art Mutmaßungen anzustellen. In erster Linie macht Stefan zu schaffen, dass er die Kontrolle über sich selbst verloren hat. Durch typisch männliche Beifahreranweisungen glaubt er sie zurückzubekommen und bedenkt Nadine hier mit „Vorsicht“, dort mit „Pass auf“. Plötzlich ist es Tobi, der auf ihre gemeinsame Mission zu sprechen kommt und mangelnde Professionalität bemängelt. Der Ton wird rüder und gipfelt in einem Streit zwischen Stefan und Tobi, die sich fortwährend anbrüllen. Nadines Gesicht verzerrt sich, sie hat genug von alldem. Sie schreit lauthals, bringt dem Wagen urplötzlich zum Stehen und fährt schlingernd ein paar hundert Meter rückwärts. Vor einem kleinen Gasthof, den sie gerade passiert haben, hält sie an, steigt aus, schnappt sich ihre Tasche und teilt ihren verdutzten Mitreisenden mit, dass sie dort die nächsten beiden Tage verbringen werde. Sie lässt sich auf keine Diskussion ein und sagt in wütendem Ton, dass die anderen sie erst dann wieder abholen sollen, wenn sie ihre Gemüter abgekühlt hätten. Sie bräuchte endlich etwas Ruhe. Stefan versucht Nadine zurückzuhalten, aber die winkt ab und verschwindet durch den Eingang des Gasthofes. Tobi lässt einen dummen Spruch auf Nadines Kosten los, woraufhin Stefan ihn abschätzig ansieht und ihn drängt, wieder einzusteigen.

Tobi entschuldigt sich beiläufig und bietet Stefan zu fahren, aber der fährt lieber mit schmerzendem Handgelenk, als Tobi ans Steuer zu lassen. Immerhin sitzt Tobi zum ersten Mal auf dem Beifahrersitz. Stefan fragt sich, wo sie nun überhaupt hin sollen. Er sieht das ganze Projekt gefährdet und gibt sich selbst die Schuld daran. Tobi erzählt Stefan, dass er noch nie das Mittelmeer gesehen hat und bislang immer nur an der kalten, grauen Nordsee gewesen ist. Der Themenwechsel kommt Stefan gelegen. Sie schauen auf die Karte und beschließen, einen nahe gelegenen Touristenort anzusteuern.

Dort angekommen, drückt Stefan Tobi kurz entschlossen 200 Euro in die Hand und sagt, dass für sie nun die gleiche Abmachung gelte: Die nächsten zwei Tage sei jeder auf sich allein gestellt. Er knallt ihm seine Tasche vor die Füße und fährt wieder davon. Tobi ist ausnahmsweise einmal sprachlos und verharrt eine Weile ratlos auf dem Parkplatz am Strand. Dann lacht er plötzlich, findet seine Unbekümmertheit und Spontaneität wieder, läuft zwischen Liegestühlen und Sonnenschirmen übermütig in Richtung Wasser und macht mit den Füßen den obligatorischen Temperaturtest.

Abenddämmerung. Tobi sitzt noch immer am Strand, der inzwischen fast leer ist. Er macht einen verlorenen Eindruck. Ein paar junge, feierlustige Deutsche gehen an ihm vorbei. Er fragt sie, ob sie ein billiges Hotel kennen würden. Diese verneinen, sie selbst würden campen, und fragen ihrerseits, ob Tobi etwas zu rauchen habe. Tobi zuckt mit den Achseln und die Touris ziehen weiter. Er blickt ihnen kurz hinterher, dann läuft er ihnen nach und zieht das Päckchen mit den Pillen aus seiner Tasche. „Hey, ich hab aber die hier!“ sagt er. Das sei ja noch viel besser, bekommt er zur Antwort und wird zum Dank eingeladen, denn die Clique will am Abend noch „richtig was los machen“.

Die anderen amüsieren sich in einer Bar/Disco, aber Tobi fühlt sich außer einem Schulterklopfer hier und da („Unser Retter!“) komplett übergangen. Frustriert geht er zur Theke, ordert „Una Cerveza“ und bedankt sich mit „Gracias“.
Die Bar ist schon fast leer, da setzt sich eine hübsche, aber aufreizend zurechtgemachte Italienerin neben Tobi, lächelt ihn an und sagt etwas auf Italienisch. Tobi fühlt sich geschmeichelt, aber zuckt mit den Schultern, weil er ja nichts versteht. Sein Blick ist glasig. Er nimmt einen weiteren Schluck Bier. Die junge Frau lässt nicht von ihm ab. „Si, si“ antwortet Tobi immer wieder, nimmt alles nur noch verschleiert wahr. Plötzlich packt die junge Frau packt ihn am Arm und zerrt ihn vor die Tür. Benommen, aber erfreut, begehrt zu werden, folgt Tobi ihr. Die Frau redet unablässig, schmiegt sich an Tobi und drückt ihn dabei gleichzeitig vorwärts.

Tobi findet sich in einem Zimmer wieder, in dem es nur ein Waschbecken und ein Bett gibt. Er brabbelt noch etwas wie: „Echt? Hier wohnst du?“ Schon liegt er auf dem Bett, lässt sich von der jungen Frau ausziehen und küssen. Sie haben Sex, den Tobi so gut zu genießen versucht, wie es eben geht, aber zwischendurch rülpst er und hat einen Krampf im Bein. Die fremde Frau lässt sich dennoch nicht von ihrem „Vorhaben“ abbringen. Nachdem Tobi gekommen ist, erschöpft auf dem Bett liegt und die Augen schließt, schlägt ihm plötzlich eine unfreundlicher und scharfer Ton entgegen. Die Frau gestikuliert wild und macht das typische Handzeichen für Geld. Erst jetzt dämmert Tobi, dass er an eine Prostituierte geraten ist. Hastig zieht er sich an und flucht ob seiner eigenen Dummheit. Als er zur Tür hinaus will, hält die Frau ihn schimpfend auf und ruft aus vollem Hals mehrmals den Namen „Alberto!“ Unten im Flur taucht ein kräftiger Kerl im Unterhemd auf. Tobi bekommt es mit der Angst zu tun, fischt einen 100-Euro-Schein aus seiner Hosentasche und hält ihn der Frau hin. „Okay?“ fragt er. Sie nimmt das Geld, sagt abfällig „Ciao!“ und schlägt die Tür hinter Tobi zu. Hals über Kopf verlässt er das Haus und bemerkt erst auf der Straße, dass er seine Schuhe vergessen hat. Wie auf glühenden Kohlen laufend, stolpert er in Richtung Strand. Erschöpft und wütend lässt er sich in den Sand fallen.

Nadine sitzt im Gastraum der kleinen Pension und isst zu Abend. Plötzlich bricht sie in Tränen aus und schluchzt über ihrem Essen. Die Wirtin, eine ältere, dickliche Frau, eilt sofort mit einem Taschentuch zu ihr hinüber und setzt sich zu ihr. Sie stellt ihr ein paar Fragen auf Italienisch und Nadine nickt weinend. Die Wirtin holt eine Flasche Likör und schenkt zwei Gläser ein. Sie erzählt Nadine von ihrem verstorbenen Mann Giuseppe, der zwei linke Hände hatte, keinerlei Geschäftssinn besaß und sich ständig in der Dorfkneipe herumtrieb. Dennoch habe sie ihn geliebt, fährt die Frau fort, in dem Bewusstsein, dass Giuseppe sie mehr gebraucht habe als sie ihn. Nadine erzählt, dass sie ihren Freund nicht mehr liebt, und dass Stefan, zu dem sie sich sehr hingezogen fühlt, ihr kaum Beachtung schenkt. Die Gastwirtin seufzt mit einer ausladenden Geste und setzt zu einem lebhaften Vortrag über die Männer an und deren Unfähigkeit, den Überblick über die Dinge zu behalten. Nadine findet ihr Lächeln wieder.

Stefan ist mit dem Alfa die Steilküste hinauf gefahren. Er hockt allein auf einem Felsen und sieht in den Sonnenuntergang. Gedankenversunken wirft er kleine Steine ins Wasser.

Stefan sitzt im parkenden Auto und hält das Lenkrad mit beiden Händen krampfhaft umklammert. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten hat er die Anlage voll aufgedreht und lässt sich einen Punksong um die Ohren wehen.

Spät abends checkt Stefan in einem Hotel ein. Gerade, als er den Schlüssel überreicht bekommt, winkt er ab und rennt unter den überraschten Augen der Empfangsdame nach draußen.

Stefan ist an dem Gasthof angekommen, in dem Nadine übernachtet, parkt den Wagen, schaltet das Licht aus und steigt aus. Er schleicht um das Haus und erblickt im ersten Stock ein geöffnetes Fenster. Auf dem Balkon hängt eines von Nadines Handtüchern. Unruhig tritt Stefan von einem Fuß auf den anderen, dann wirft er wie ein verliebter Teenager Steinchen an das Fenster von Nadines Zimmer. Nach mehreren Versuchen taucht sie verwirrt und schlaftrunken auf dem Balkon auf. Sie erblickt Stefan, der laut flüstert, unbedingt mit ihr reden zu müssen. Obwohl Nadine findet, dass er sich erneut wie ein großes Kind aufführt, ist sie irgendwie gerührt und öffnet Stefan die Eingangstür. Leise, als befänden sie sich in einer Jugendherberge, schleichen sie die Treppe hinauf. Nadine trägt nur einen Slip und ein übergroßes T-Shirt. Stefans Blick verrät zum ersten Mal so etwas wie Begehren. Im Zimmer fragt Nadine, was es denn nun so Wichtiges gäbe. Stefan druckst herum und wirkt verunsichert. Er weiß selbst nicht genau, wieso er hierhin gefahren ist. Er lässt sich rücklings aufs Bett fallen, atmet tief durch und äußerst erste Zweifel an seiner Idee, es den Einwohnern von Campodimele gleichzutun. Vielleicht sei es am Ende viel mehr als eine Sache der Ernährung, vielleicht hätte er tatsächlich einen größeren Wagen organisieren sollen, vielleicht sei er alles zu überstürzt angegangen. Nadine hockt sich neben ihn aufs Bett. Mit einem „Pssst“ legt sie einen Finger auf Stefans Lippen. Dann streichelt sie seine Brust. Man sieht, dass Stefan zum ersten Mal wirklich fühlt. Für sie bedeute diese Reise den Aufbruch in ein neues, nicht unbedingt in ein möglichst langes Leben, sagt Nadine. Sie nimmt Stefans Gesicht in die Hände. Mitten in ihrem ersten Kuss klingelt plötzlich Stefans Handy. Er geht ran und reagiert gleichermaßen besorgt und verärgert. Tobi sei ausgeraubt worden, sagt er zu Nadine, die mit einem Seufzer die Augen verdreht. Sie packen schnell ihre Sachen zusammen, schleichen sich aus dem Haus, um niemanden aufzuwecken. Mit Kreide schreibt Nadine noch die Worte Mille Grazie, Signora! an eine Tafel im Speiseraum.

Stefan und Nadine lesen Tobi am Strand auf. Der ist völlig aufgelöst und behauptet, dass sie ihm sogar seine Schuhe gestohlen hätten, während er am Strand eingenickt war. Er hat kein zweites Paar bei sich. Es ist offensichtlich, dass er ziemlich viel getrunken hat. Nadine ärgert sich über das plötzliche Ende ihres Schäferstündchens und wirft Tobi seinen gnadenlosen Leichtsinn vor. Der erwidert nur, dass sie sich ja bestimmt freuen würde, wenn sie ihn „abgestochen“ hätten. Nun ist Stefan wieder ganz der besonnene Kopf der Gruppe und verfrachtet alle in den Wagen. Nichts an Stefan deutet darauf hin, dass er und Nadine sich eben noch geküsst haben.

Da keine Hotelrezeption mehr geöffnet hat, sind die Drei gezwungen, an einem abgelegenen Stück Strand ein Zelt aufzubauen. Tobi jammert ständig über den Verlust seiner Schuhe. Nadine sieht den Männern beim Aufbau des Zeltes zu und pfeift Girl from Ipanema, um ihr Unwohlsein zu überspielen.

Mit Stefan in der Mitte liegen die Drei wie Sardinen gequetscht in ihren Schlafsäcken in dem kleinen Zelt. Keiner sagt etwas. Alle starren sie mit leeren Augen in die Luft und wirken hilflos. Nadine will vorschlagen, die Reise abzubrechen, hält aber mitten im Satz inne und sagt: „Ach, nicht so wichtig“. Es folgt ein allgemeines „Schlaf gut“ und alle winden sich, um eine bequeme Schlafposition zu ergattern.

Sie klappern die Geschäfte ab, um ein paar neue Schuhe für Tobi zu kaufen, der unbedingt Chucks will und mit nichts anderem zufrieden ist. Während er ein Paar Schuhe nach dem anderen anprobiert, genießt Nadine den unfreiwilligen Einkaufsbummel, bleibt vor Schaufenstern stehen und sieht sich in Boutiquen um. Stefan trottet in einigem Abstand hinterher und sieht immer wieder genervt auf die Uhr, als wäre er ihr Erziehungsberechtigter, was Nadine nicht entgeht. Sie geht auf ihn zu ergreift seine Hände und fragt ihn, was er denn von einem extralangen Leben hätte, wenn er es nicht genießen könnte. Immer noch wartet sie auf ein Zeichen von ihm, auf einen noch so kleinen Liebesbeweis. Vergeblich. Stefan zieht beleidigt ab. Nadine kehrt zu Tobi zurück und gibt ihm modische Ratschläge. Beim Anprobieren von Sonnenhüten haben die beiden auf einmal viel Spaß miteinander.

Schon wieder wird es dunkel, und sie sind immer noch einige Stunden von Campodimele entfernt. Man spürt, dass sich alle gegenseitig auf die Nerven fallen und auch mit sich selbst unzufrieden sind. Nadine blättert gelangweilt in einem Buch, und ärgert sich, dass das Licht schwindet, Tobi spielt Krieg der Sterne mit ein paar Reagenzgläsern und Stefan korrigiert immer wieder seine Sitzposition und Handgriffe am Lenkrad.

Nadine und Stefan liegen im selben, kleinen Bett. Nadine fragt, ob ein Doppelzimmer denn nicht viel günstiger gewesen wäre als zwei Einzelzimmer, wo sie das eine davon doch ohnehin nicht nutzen würden. Stefan ist der Meinung, dass es besser wäre, wenn Tobi nichts von ihrer Intimität bemerkt, sonst liefen sie Gefahr, dass die Gruppe auseinander bräche, und ohne Tobi wären sie nun mal ziemlich aufgeschmissen. Es bestünde ja außerdem die Gefahr, dass sie sich in dieser Nacht noch auseinander lebten. Nadine knufft ihn neckisch in die Seite. Sie liegen sich in den Armen. Als Stefan Nadines T-Shirt hochschieben will, windet sie sich zur Seite, wird ernst, druckst ein wenig herum und beichtet Stefan schließlich, dass sie einen Freund hat und mit diesem zusammenlebt. Stefan schreckt auf und wird laut. Er kann nicht glauben, dass Nadine ihm das verschwiegen hat. Ihre Beziehung sei eigentlich schon zu Ende, sagt Nadine, aber Stefan geht mit den Worten aus dem Zimmer, dass er genau für einen solchen Fall zwei getrennte Zimmer gebucht hat. Nadine zieht die Knie an ihren Körper und igelt sich ein.

Tobi telefoniert mit seinem Onkel beim Pharmakonzern, der seine Einstellung unterstreicht, dass er schon in Vorleistung treten müsse, ehe er ihm etwas versprechen könne. Tobi jammert über den Wagen, indem es viel zu eng und zu heiß ist, als dass er als Pflanzentransport tauge. Mit den Worten, er solle sich etwas einfallen lassen, verabschiedet sich sein Onkel.

Tobi hat die Wagenschlüssel aus Stefans Jacke entwendet. Wenn der Wage nicht mehr liefe, wäre Stefan gezwungen ein neues Gefährt zu organisieren. Geld hat er ja offensichtlich im Überfluss. Tobi schleicht um den Alfa herum, als wolle er ihn stehlen. Vorsichtig öffnet er die Motorhaube und sieht hinein. Mit Autos kennt er sich kein bisschen aus. Er zupft ein paar Kabel heraus, von denen er vermutet, dass es Zündkabel sind und macht sich unbemerkt wieder davon.
Ein frustrierter Stefan, eine verschämte Nadine und ein zappeliger Tobi sitzen beim Frühstück. Stefan schmiert sich ein Brötchen, will erst hinein beißen, legt es aber auf den Teller zurück. Vielleicht sei es besser, wenn sie aufgäben, schlägt er vor, auch wenn Campodimele nur noch wenige Stunden entfernt sei. Er habe den menschlichen Faktor wohl unterschätzt. Er fragt die anderen zum ersten Mal nach ihrer Meinung, wirkt resigniert und ratlos. Aufgeben käme für ihn auf keinen Fall in Frage, sagt Tobi mit Bestimmtheit. Bis hierhin hätten sie es überstanden und würden auch noch weitere Klippen meistern (er rechnet ja damit, dass der Wagen nicht anspringt). Stefan sieht zu Nadine hinüber. „Und du?“ fragt er. „Ich finde Tobi hat recht“, antwortet Nadine nach einigem Zögern.

Nadine nimmt Stefan beiseite und sagt, dass es ihr leid tue wegen gestern Abend. Stefan mimt wieder den unterkühlten Strategen und erwidert, sie solle sich keine Gedanken machen, er habe schon einen Plan, wie sie die Gastfreundschaft der Campodimeler gewinnen könnte. Eine vorgetäuschte Autopanne sei bestimmt keine schlechte Idee.

Zu Tobis Überraschung springt der Wagen direkt an. Er verzieht das Gesicht und fühlt sich auf einmal sichtlich unwohl.

Campodimele ist in Sichtweite. In einigen Kilometern Entfernung thront das Dorf majestätisch auf einem Hügel. Die Drei haben in einer Parkbucht gehalten und sehen hinüber auf das Ziel ihrer Reise. Zaghaft greift Stefan nach Nadines Hand. Nadine bedankt sich mit einem glücklichen Lächeln. Tobi ist die zunehmende Intimität zwischen den beiden nicht entgangen und beglückwünscht das frisch gebackene Paar lakonisch.

Im Wagen herrscht gespannte Erwartung. Tobi sagt, dass sie, sofern ihre Mission erfolgreich sein würde, mindestens ein kleines Treibhaus und eine Art Labor bräuchten, wenn sie zurück in Deutschland wären. Stefan berichtet, dass er das alte Haus seines Vaters dafür vorgesehen habe, es stünde leer und habe einen großen Garten. Plötzlich macht der Wagen ein knirschendes Geräusch. Beunruhigt geht Stefan vom Gas. Man hat das Gefühl, Tobi will zu einer Beichte ansetzen, aber er sagt nichts und verkrampft sich. In einer engen Kurve tritt Stefan aufs Bremspedal, aber nichts tut sich. „Scheiße, die Bremsen!“ ruft er und versucht den Wagen herumzureißen. Angst steht plötzlich allen ins Gesicht geschrieben. Stefan reißt das Lenkrad herum, der Wagen gerät ins Schleudern, stürzt eine Böschung hinab und überschlägt sich.

Mit eingegipstem Bein und am Kopf bandagiert liegt Tobi in einem Krankenhausbett. Mit schmerzverzerrtem Gesicht flucht er angestrengt über den Wagen, und dass dieser „Schrotthaufen“ an allem Schuld sei. Er versucht einen Schluck Wasser zu trinken, aber besabbert sich. Eine Schwester öffnet die Tür und führt Nadine hinein, die nur ein paar Schürfwunden abbekommen hat. Besorgt fragt sie Tobi, wie es ihm ginge. Das sähe sie doch, antwortet Tobi, er könne sich kaum bewegen. Ihr sei ja zum Glück nicht viel passiert. „Mir nicht“, sagt Nadine mit Tränen in den Augen, und sofort weiß Tobi, dass es schlimm um Stefan stehen muss. „Scheiße“, sagt er und ringt nach Luft. Natürlich gibt er sich die Schuld an dem Unfall. Nadine sagt, die Ärzte wüssten noch nicht, ob er durchkommt. Auf verzieht sich Tobis Gesicht und er fängt an zu schluchzen. Das habe er nicht gewollt, stottert er. Nadine legt tröstend ihre Hand an sein Gesicht, aber Tobi beruhigt sich nicht. „Ich habe an dem Wagen herumgemacht“, bricht es aus ihm heraus. Nadine steht entsetzt auf und sieht böse auf Tobi hinab. „Was hast du?“ fragt sie mit hasserfüllten Augen und Tobi erzählt ihr Stück für Stück die Geschichte mit seinem Onkel. Er habe doch nur gewollt, dass der Wagen nicht mehr anspringt. Nadine ohrfeigt Tobi und überlässt ihn seinem Schicksal.

Zwei Monate später in Deutschland. Nadine holt ein paar Koffer aus der Wohnung ihres Freundes. Die beiden reden nur noch das Nötigste.

Nadine lädt ihr Gepäck in den Kofferraum eines liebevoll restaurierten alten Mercedes. Dann steigt sie auf der Beifahrerseite ein. Am Steuer sitzt Stefan und lächelt sie an. Sie geben sich einen Kuss und fahren los. Nadine fragt, ob Stefan Tobi erzählt habe, dass der Sachverständige eindeutig einen Bremsdefekt als Unfallursache ausgemacht habe und keinesfalls Tobis versuchte Sabotage. Er solle ruhig noch ein bisschen in seinem schlechten Gewissen schmoren, befindet Stefan.

An der Uni wird Tobi von ein paar Kommilitonen gefragt, ob er nicht Lust habe mit zum See zu fahren und ein paar Tütchen zu rauchen. Tobi wiegelt mit dem Hinweis ab, dass er noch viel zu lernen habe und begibt sich in die Bibliothek.

Stefan fragt scherzhaft, wohin denn die Reise gehen soll und Nadine antwortet: „Dahin, wo das Leben am besten schmeckt, Nach Paris.“ Sie fahren los und zählen sich gegenseitig französische Delikatessen auf.